14.11.2006

3. Saerbecker Kanalsanierungsschau 2006 - Nachbericht

Bei Kaiserwetter fand am 14. September 2006 die bereits dritte Saerbecker Kanalsanierungsschau auf unserem Betriebsgelände statt. In diesem Jahr war die Veranstaltung für uns eine ganz besondere, feiern wir doch in 2006 10 Jahre SAERTEX multiCom. 22 Aussteller luden die über 150 Besucher an Ihre Stände ein um Ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren. Im Außenbereich waren während der Pausen viele Live-Vorführungen, wie z.B. die Dampf- und die UV-Aushärtung eines SAERTEX-LINERS®, Roboter-Fräsarbeiten oder Reparatur mittels Kurzliner zu sehen. Auch für die Werksführungen durch die Produktion des SAERTEX-LINERS® hatten sich wieder zahlreiche Interessenten angemeldet.

Vorführung SAERTEX-LINER® Dampfaushärtung Produktionsführung

Das bis zum Schluss der Veranstaltung gut besuchte Vortragsprogramm begann pünktlich um 9.00 Uhr mit der Begrüßung durch den Geschäftsführer der SAERTEX multiCom GmbH, Herrn Dr. Alexander. Herr Alexander gab einen kurzen Überblick über 10 Jahre Firmengeschichte sowie einige eindrucksvolle Kenndaten zu den bisher für die Produktion des SAERTEX-LINERS® verbrauchten Harz- und Glasmengen. Im Anschluss leitete Herr Dipl.-Ing. Franz Hoppe von der Hamburger Stadtentwässerung, der den ganzen Tag über souverän die Veranstaltung moderierte, nach einem kurzen Überblick über das Programm zu den Vorträgen über.

Als erster Referent trat Herr Prof. Dr. Reinhard Lorenz von der Fachhochschule Münster auf die Bühne, um ausführlich über 10 Jahre SAERTEX multiCom und die wirtschaftliche Sanierung von Abwasser- kanälen mittels SAERTEX-LINER® zu referieren. Herr Prof. Dr. Lorenz ist bereits seit 7 Jahren beratend für die Firma SAERTEX tätig und konnte daher bestens Auskunft über die Entwicklung des SAERTEX-GFK-Liners von den Anfängen bis hin zum qualitativ hochwertigen Schlauchliner geben. Aus seiner Praxis konnte Herr Prof. Dr. Lorenz außerdem Hintergrundinformationen zu Harzen und Trägermaterialien von Schlauchlinern geben. Beim GFK als Verbundwerkstoff müssen Harz und Glas optimal zusammenspielen, um eine hochwertige Produktqualität zu erreichen.

Nach der ersten Pause, in der die Besucher Gelegenheit hatten, die Ausstellung zu besuchen, referierte Herr Dipl.-Ing. Rolf Rehling von der GEKO GmbH aus Schwerte über das Schwerter Modell und den nicht begehbaren Infrastrukturkanal mit dem Themenschwerpunkt Grundstücksentwässerung. Herr Rehling klagte an, dass über den §45 der LBauO NRW bzw. neuerlich §61a des LWG viel geredet wird, jedoch bisher zu wenig oder gar nichts passiert - und das obwohl die erste Frist zum 31.12.2005 bereits verstrichen ist. Die Hauseigentümer sind vielfach mit der Aufgabenerfüllung überfordert und fühlen sich allein gelassen. Die drei sich im Straßengebiet bewegenden Akteure Stadtentwässerung, Stadtwerke und Stadt Schwerte haben sich daher zusammengeschlossen, um zur Unterstützung der Schwerter Bürger ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. Die Lösungsansätze lauten: Einteilung des Stadtgebiets in Cluster, Optimierung der Sanierung an der Schnittstelle öffentlicher/privater Kanal und Zusammenfassung aller Ver- und Entsorgungsleitungen. Des Weiteren wird als Modell in Schwerte ein Infrastrukturkanal auf 200 m Länge in einem Neubaugebiet erstellt, an den 24 Einfamilienhäuser angeschlossen werden sollen.


Vortragsraum, Begrüßung zur
Veranstaltung durch Herrn Dr. Alexander
Im Anschluss konnte Herr Dieter Erdmann aus seiner Praxis als Tiefbauamtsleiter der Stadt Springe über die Erarbeitung des Kanalsanierungskonzepts berichten. Die gebietsweise bis zu 700% Fremdwasser, die der Stadt Springe noch im Jahr 1998 Probleme bereiteten, hat man bis 2006 durch gezielte Sanierungs- maßnahmen bereits auf durchschnittlich unter 90% reduziert. In diesem Zeitraum hat die Stadt Springe ca. 15 Mio. Euro für die Kanalsanierung ausgegeben - finanzielle Mittel die sich gelohnt haben.

Nachdem Herr Erdmann Tipps zu Datenerfassung, Datenumfang und Datenpflege in der EDV gegeben hat, äußerte Herr Erdmann den Wunsch, dass die Auftraggeber stärker untereinander kooperieren, sprich Sanierungs- maßnahmen gemeinsam ausschreiben sollten. Durch das Zusammenfassen von Aufträgen ließen sich für die einzelnen Kommunen enorme Kosteneinsparungen erzielen. Denn zwar sei die Kostenentwicklung für Schlauchliner im Abwärtstrend, Herr Erdmann sieht dies jedoch als zweischneidiges Schwert, denn die Qualität muss erhalten bleiben!

Nach der Mittagspause, während der sich die Besucher im Außenbereich bei herrlichem Sonnenschein die Live-Vorführungen ansehen konnten, referierte Herr Dipl.-Ing. Klaus-Peter Gaul von Gaul Ingenieure aus Bamberg über die Erarbeitung einer Kanalsanierungsstrategie. Hierbei verwies Herr Gaul auf die notwen-digen, wichtigen Vorarbeiten: die Kanalzustandserfassung über den Aufbau eines Kanalinformations- systems aus dem über die Kanalbewertung die Sanierungsstrategie erstellt wird. Für die Sanierungs-planung und anschließende wirtschaftliche Sanierung ist dieses umfangreiche Detailwissen über das vorhandene Kanalnetz und das gesamte Aufgabengebiet unbedingt notwendig. Herr Gaul wies eindrück-lich darauf hin, dass neben aller Theorie und Kalkulation die Videoauswertung für die Sanierungsplanung ein wichtiges Instrument und unabdingbar ist.

Herr Dipl.-Ing. Reinhard Hösch vom Prüflabor F+E Ingenieur GmbH aus Fürth stellte anschließend vor, welche Materialprüfungen eingesendete Baustellenproben üblicher Weise durchlaufen. Die Durchführung dieser umfangreichen Prüfungen im Labor sind wichtig, da die endgültige Qualität eines Schlauchliners erst auf der Baustelle entsteht. Herr Hösch sensibilisierte die Zuhörer in diesem Zusammenhang, für die Wichtigkeit der richtigen Probennahme am installierten Schlauchliner - die richtige Vorgehensweise ist enorm wichtig, um später verlässliche Ergebnisse bei den Prüfungen zu erhalten. Eine Wasserdichtheitsprüfung am Probestück nach den APS-Richtlinien wurde live auf der Bühne gezeigt.

Nach einer letzten Kaffeepause für die Besucher erläuterte Herr Dipl.-Ing. Christoph Pöllmann von PCI Pöllmann Consulting International aus Frankfurt die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gleich aus allen drei Blickwinkeln: dem des Bauherrn, des Ingenieurbüros und des Dienstleisters. Auch Herr Pöllmann verwies auf die Wichtigkeit einer Strategiefestlegung und entsprechenden Planung im Vorfeld der Kanal- sanierung. Zur optimalen Ermittlung von Kosten und Nutzen bietet sich nur das dynamische Verfahren an, da hierbei der Zeitwert des Geldes über die gesamte anzusetzende Nutzungsdauer betrachtet wird. Eine optimale Wirtschaftlichkeit kann nur erreicht werden, wenn wir hohe Nutzungsdauern haben, welche wiederum nur erreicht werden können, wenn ein qualitativ hochwertiger Einbau des Produkts erfolgt - Qualität kann nicht einseitig herbeigeführt werden, sondern muss partnerschaftlich produziert werden.

Erklärung Materialprüfungen am F+E Messestand ... und am IKT Messestand

Nahtlos an den Vortrag von Herrn Pöllmann anschließend präsentierte Herr Dipl.-Ing. Bernhard Hartmann vom Ingenieurbüro Hauer, Hartmann und Partner aus Münster den Besuchern am Beispiel der Stadt Warendorf ein Praxisbeispiel zum Thema Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Herr Hartmann berichtet, wie man zusammen mit der Stadt Warendorf eine Sanierungsstrategie erarbeitete, wobei alle Alternativen – die Reparatur, die Renovierung und der Neubau – betrachtet wurden. Diese Betrachtung erfolgte unter Einbeziehung der von der Stadt Warendorf festgelegten Abschreibungszeiträumen und einem einheit- lichen Zinssatz von 4%. Mittels dynamischer Kostenvergleichsrechnung erhielt man den Kostenbarwert und damit die Wirtschaftlichkeit der Sanierungsalternativen. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in der Sanierungsplanung ist für eine gesamtwirtschaftlich optimale Sanierungsstrategie unerlässlich.

Zum Abschluss eines interessanten Tages lud Herr Prof.-Dr. Ing. Volker Wagner von der Hochschule Neubrandenburg mit seinem Vortrag „Wann kann ein geschädigter Abwasserkanal noch renoviert werden und wann muss er erneuert werden?“ zu einer Exkursion in die Betrachtung der statischen Aspekte des standsicheren Abwasserkanals ein. 20% der ca. 450.000 Km öffentlichen Abwasserkanals in Deutschland, wovon bereits ca. 95% optisch untersucht wurden, sind kurz- bis mittelfristig zu sanieren. Dabei befinden sich die Schäden überwiegend im Anschlussbereich der Haus- bzw. Regenwasseranschlussleitungen und an den Rohrverbindungen. Nach einer DWA-Umfrage in 2004 wurden ca. 51% der sanierten Abwasserkanäle im No Dig Verfahren saniert, 49% wurden erneuert. Da nur ein standsicherer Kanal renoviert oder repariert werden kann, richtet sich die Entscheidung nach dem Grad der Ovalität sowie der Standsicherheit des Altrohrs. Die Größe der Ovalität lässt sich mit modernen Inspektionssystemen feststellen, während die Standsicherheit nach der Richtlinie ATV-A 127 errechnet wird. Nach Meinung von Herrn Prof. Wagner ist die wirtschaftlichste Lösung die No-Dig-Lösung, weil auch die sozialen Kosten mit bedacht werden müssen.

 

Zurück zur Übersicht

Saerbeck, 05. Januar 2018

SCHAUSTELLE SF-SCHACHTLINER IN EMSBÜREN: TROTZ TIEF XAVIER ERFOLGREICHE INSTALLATION UND GUTE STIMMUNG

Anfang Oktober trotzten mehr als 20 Interessenten aus Kommunen, Ingenieurbüros und Verbänden vom nördlichen Emsland bis zum südlichem Ruhrgebiet dem herbstlichen Wetter mit Sturm und Starkregen: Sie nahmen die Einladung der SAERTEX multiCom an und nutzen die Chance, sich bei der ersten „Schaustelle SF-Schachtliner“ über die Installation live zu informieren.

mehr lesen ...


Saerbeck, 23. Dezember 2017

ZUM JAHRESENDE EINE RUNDE SACHE!

Kurz vor Jahresende lief der (im Werk Saerbeck produzierte) 60.000ste SAERTEX-LINER vom Band. Grund genug, dass sich das Team der SAERTEX multiCom am Wochenanfang vor den Feiertagen noch fix auf dem Schulungsgelände für ein Gruppenfoto traf, um diesen Erfolg auch bildlich festzuhalten.

mehr lesen ...


Saerbeck, 04. Dezember 2017

WASSER FÜR ALLE – ALLE FÜR WASSER: SPENDEN STATT SCHENKEN

Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Um dieses Ziel zu erreichen, fördern wir auch in diesem Jahr ein Wasserprojekt in der Chitwan-Region in Nepal mit 5.000,00 € und verzichten ...

mehr lesen ...


Saerbeck, November 2017

7. Saerbecker Rohrleitungssymposium: Ein voller Erfolg!

 Ende September haben wir bei bestem Wetter die Tore zu unserem 7. Saerbecker Rohrleitungssymposium in der 20-jährigen Unternehmensgeschichte geöffnet, nun laufen die letzten Nachbereitungen. Wir können nur sagen: Die Veranstaltung unter dem Motto: „Grabenlose Rohrleitungssanierung: Nachhaltig – wirtschaftlich – innovativ!“ war ein voller Erfolg! Und danke an unser Team, dass dieses unvergessliche  Event vorbereitet und unterstützt hat!

mehr lesen ...


Saerbeck, 19. Oktober 2017

Startschuss für den Neubau einer Produktions- und Lagerhalle

Anfang Oktober haben die Bauarbeiten für eine neue Lager- und Produktionshalle der SAERTEX multiCom am Standort Saerbeck begonnen. In der 4.500 m2 großen Halle werden weitere neue Produktionsanlagen für eine Erweiterung der Kapazität von Schlauchlinern installiert. Weiterhin wird der Bereich Hausanschlussensanierung (HASE) insbesondere für die Konfektionierung, Imprägnierung und Lagerung des neuen lichtaushärtenden Liners mit neuen Flächen ausgestattet werden.

mehr lesen ...


Saerbeck, 25. September 2017

Dürfen wir vorstellen?
Stephan Raab übernimmt Vertriebsleitung Europa & Afrika bei der SAERTEX multiCom

Am 01. September 2017 hat Herr Stephan Raab die Position als Vertriebsleiter Europa & Afrika beim weltweit agierendem GFK-Linerhersteller SAERTEX multiCom übernommen.

mehr lesen ...


Saerbeck, 07, September 2017

Willkommen zum 7. Saerbecker Rohrleitungssymposium

Nur noch zwei Wochen und wir öffnen die Tore zum 7. Saerbecker Rohrleitungssymposium hier im Münsterland mit vielen interessanten Vorträgen, Ausstellern und Live-Vorführungen.

Noch nicht angemeldet? Dann aber schnell - es sind noch Restplätze verfügbar. Mehr Infos unter:

www.saertex-multicom.de/hausmesse

mehr lesen ...


Saerbeck / Stavanger, 14. Juni 2017

Weltweit einzigartig: Seitenanschluss an sanierter Trinkwasserleitung erfolgreich gesetzt!

Heute haben wir gemeinsam mit der Firma Hawle Water Technology Norge den Durchbruch geschafft und erstmalig einen Seitenanschluss an eine mit dem SAERTEX-LINER H2O grabenlos sanierte Trinkwasserleitung installiert. 

mehr lesen ...


Saerbeck, Mai 2017

Personelle Veränderung: Dipl.-Ing. Roland Hahn

Liebe Geschäftspartner,

unser langjähriger Kollege Herr Dipl.-Ing. Roland Hahn wird auf eigenen Wunsch zum 30.06.2017 die SAERTEX multiCom GmbH verlassen. Seine neue Herausfordung wird er als Partner eines Ingenieurbüros in der Branche annehmen - mit weniger Reisezeiten und der Nähe zu seinem Heimatort.

mehr lesen ...


Saerbeck / Botkyrka, Mai 2017

Erfolgreiche Renovierung einer alten Stahlleitung in Skandinavien: Erste Trinkwasserleitung in Schweden mit dem SAERTEX-LINER H2O saniert

Im Februar 2017 wurde bei winterlichen Temperaturen erstmals in Schweden, Nähe Stockholm in der Kommune Botkyrka, der SAERTEX-LINER H2O erfolgreich installiert. 

mehr lesen ...


Wloclawek, April 2017

Maßgeschneidert und nicht alltäglich: Grabenlose Eiprofil-Sanierung eines Hauptsammlers

Im Januar 2016 startete das einzigartige Projekt "Sanierung des Kanalisationsnetzes in der Agglomeration in Włocławek" mit der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Firma F.H.U. "Instbud Stanislaw Boguta“ als Auftragnehmer und der Stadt Włocławek in Polen auf Grundlage einer offenen Ausschreibung. 

mehr lesen ...


Saerbeck / Berlin März 2017

Technik und Forschung in der Praxis: Sanierung einer Trinkwasserleitung DN 225 mit SAERTEX-LINER® H2O am Schöneberger Ufer zur Wasser Berlin International

 Unter dem Motto “Technik und Forschung in der Praxis” findet am 30. März 2017 im Rahmen der Fachmesse WASSER BERLIN INTERNATIONAL die Schaustelle „Wasser erleben“ statt. 

mehr lesen ...


Saerbeck, Februar 2017

Grabenlose Sanierung eines Maulprofil-Kanals: Ein besonders Projekt für den 50.000sten SAERTEX-LINER®

Im vergangenen Jahr wurde nicht nur das 20jährige Jubiläum der SAERTEX multiCom® gefeiert, sondern auch die Produktion des 50.000sten SAERTEX-LINER® für die grabenlose Sanierung von Rohrleitungen am Standort Saerbeck im Münsterland.

mehr lesen ...


Lesen Sie hier alle Nachrichten